03 Februar 2014
Volleyball – VC SFG Olpe vs. SV Bad Laer 0:3 (12:25,22:25,22:25)
Es war alles angerichtet für den ersten Heimsieg im neuen Jahr: die Halle wie immer bestens präpariert, Essbares und kühle Getränke standen bereit, die Volleyballerinnen des VC SFG Olpe in bester Stimmung und eine Halle voller erwartungsfroher Fans – was sollte da schief gehen? Gut, der Gegner SV Bad Laer war (und ist) einer von drei Aufstiegskandidaten, die Favoritenrolle lag damit eindeutig bei den Gästen. Zu verlieren hatten die Schützlinge von SFG-Trainer Michael Jürgens also nichts.
Doch nach dem ersten Satz des 0:3 (12:25,22:25,22:25) war fast lähmende Ruhe in die SFG-Halle eingekehrt, Ernüchterung wich der durchaus vorsichtig optimistischen Grundstimmung. Da lief überhaupt nichts zusammen. Annahmeschwächen ließen kaum einen planvollen Spielaufbau zu, der Block hatte enorme Probleme, so dass die Schmetterschläge einschlugen wir Kanonendonner. 12:25 – es konnte nur besser werden.
Michael Jürgens sah sich zu Änderungen genötigt. Anja Kempny rein, Anna Harnischmacher auf Libero – sie hechtete mehr über den Boden als sie stand – und auch Laura Schriewer bekam ihre Einsätze in der Mitte. „Kristin Bürger wäre noch eine Alternative gewesen“, so Jürgens, womit er auf den Verzicht seiner jüngsten Spielerin hinwies.
Doch auch zu Beginn des zweiten Satzes musste zunächst ein deprimierender 0:6-Rückstand weggesteckt werden. Dass sich die SFG-Damen in dieser Phase plötzlich auf ihren Kampfgeist besannen, war das Erfreulichste des desolaten Auftakts. Und doch wurde mannschaftsintern kritisiert, dass diese Grundeinstellung schon etwas vermisst wurde. Die Mannschaft spürte: „Da geht doch was“. Und ab diesem Moment war es oftmals ein Fight auf Augenhöhe, auch wenn die Gastgeberinnen kein einziges Mal die Führung übernehmen konnten.
Die Gäste agierten vor allem in der Anfangsphase fast fehlerfrei, inszenierten schnelle, variable Angriffe, die nur schwer vorauszusehen waren. Das Zuspiel auf der Gegenseite war traumhaft, wie es Ludger Marx formulierte, der SFG-Block geriet immer wieder in arge Nöte. Kein Wunder, dass der Gästetrainer zufrieden war und seine Ambitionen bestätigte: „Ja, wir wollen oben dran bleiben.“
Glück hat meistens der Tüchtige, so eine alte Redewendung. Die Gäste benötigten im ersten Durchgang sicher kein Glück, zu schwach zunächst die Gegenwehr. Als aber die Franziskus-Damen endlich im Spiel drin waren, fehlte ihnen auch zuweilen das notwendige Quantum an Fortune, um doch zu einem Satzgewinn zu kommen. Ob sie weniger tüchtiger als die Gäste waren, sei dahin gestellt. Aber es war unübersehbar, dass die Gäste nun auch zu leichteren Fehlern gezwungen wurden. Doch in der Endphase des zweiten und dritten Durchgangs blieben die Jürgens-Mädels jeweils bei 22 Punkten hängen. Vorbei. Dennoch: das Publikum honorierte die kämpferische Einstellung der SFG-Damen mit entsprechendem Beifall.
Aber sie werden in den verbleibenden Spielen noch eine Schüppe drauflegen müssen, um wieder zu Erfolgserlebnissen zu kommen und eine zumindest theoretisch denkbare Abstiegsrelegation zu umgehen. Diese würde für den Achten der Liga fällig, wenn ein Absteiger aus der 2. Bundesliga Nord den Weg in die Dritte Liga West gehen muss. Derzeit steht SFG auf Rang 6 – eine trügerische Position.
SFG1: Carolin Clemens, Julia Feldmann, Anna Harnischmacher, Tami Heide, Anja Kempny, Michelle Langer, Janina Mester, Margarete Piatek, Laura Schriewer, Sarah Wolfschläger.