17 Dezember 2024
„Die Spielhalle ist nicht geheizt – Olpe spielt unter Protest.“ Diese lapidare Anmerkung im Spielberichtsbogen nach einer äußerst aufwühlenden, ja hitzigen Begegnung kann aber kaum als Ursache für das unglückliche 2:3 (25:19,25:18,18:25,18:25,11:15) angeführt werden, das die Volleyballerinnen des VC SFG Olpe beim MTV Köln einstecken mussten. Es war nichts mit einem Weihnachtsgeschenk, das die SFG-Damen ihrem Trainer, aber auch sich selbst, machen wollten.
Es war eine Partie auf einem sehr, sehr hohen Niveau. Es war aber auch ein Spiel, das zwei völlig verschiedene Entwicklungen zeigte. „Ich hatte nach den beiden ersten Sätzen das Gefühl, dass wir dieses Spiel nicht mehr abgeben würden“, so ein zu Recht enttäuschter Michael Jürgens, ohne seinen Mädels auch nur den Hauch eines Vorwurfs zu machen. „Das haben sie nicht verdient.“
„Wir haben vielmehr sehr verdient den Punkt mitgenommen“ – um später zu sagen: „Wir haben die zwei Punkte verdient abgegeben.“ Hört sich gegensätzlich an, ist es aber nicht. SFG agierte in den beiden ersten Sätzen auf einem ganz hohen Level. Basierend auf top Aufschlägen, einer stabilen Annahme und einem sehr guten und variablen Zuspiel konnten sich sowohl die Außenangreiferinnen Kristin Bürger und Mia Basch wie auch Lara Terkowsky und Clara Strunk gegen den MTV-Block erfolgreich durchsetzen. Was sollte da noch schiefgehen?
Doch was folgte, stellte den bisherigen Verlauf aus SFG-Sicht total auf den Kopf. „Es wurde ein kompletter Reinfall, da passte nichts mehr zusammen“, war dem Coach der Frust anzumerken. „Es war schon sehr anstrengend und intensiv“, sagte auch Mannschaftskapitänin Lea Uebach, „wir waren sehr fokussiert. Doch ist es unglaublich schwer, auf diesem Niveau die Konzentration permanent hochzuhalten. Köln kam einfach immer besser ins Spiel.“ Mehrere Spielerwechsel brachten nicht die erhoffte Korrektur, ebenso wenig konnte die „erste Sechs“, die in den beiden ersten Sätze dominierte, dem Spiel nochmal eine Wende geben.
Das Spiel war bereits der Auftakt der Rückrunde, und MTV hat sich für das 1:3 in der SFG-Halle revanchiert. „Das ist für uns keineswegs ein Rückschlag,“ so Lea Uebach weiter. „Wir spielen doch eine tolle Saison. Wir stehen als Aufsteiger auf Platz zwei, empfangen in eigener Halle vor allem Mannschaften aus der oberen Tabellenhälfte.“ Trainer Michael Jürgens schlägt in die gleiche Kerbe: „Die Tabelle ist nicht primär unsere Sorge.“
Jürgens kam noch einmal auf die niedrige Hallentemperatur zu sprechen: „Die 14,3 Grad sind natürlich eine unschöne Fußnote. Ob es ein Protestgrund ist, ist fraglich. Und wenn wir gewonnen hätten, dann hätten wir wohl ohnehin keinen Protest angemeldet.“ Auch Lea Uebach macht deutlich: „Mag sein, dass es für die Zuschauer kalt war. Auf dem Feld hatten wir genug Bewegung, da kam der Gedanke an Frieren gar nicht auf. Wichtiger ist es, im neuen Jahr an unsere starken Leistungen wieder anzuknüpfen.“
Kader: Lea Uebach, Mira Naber, Victoria Popov, Kristin Bürger (MVP – zum vierten Mal in dieser Saison), Carolin Hermsen, Lara Terkowsky, Clara Strunk, Melanie Schäfer, Claudia Müller, Anja Kempny, Mia Basch, Anna Lena Beul, Emma Basch.