Aus der Presse: SFG Olpe wahrt Chance auf den Aufstieg in die 3. Liga

19 März 2025

Die Volleyballerinnen des VC SFG Olpe haben ihre theoretische Chance genutzt. Nach dem 3:1 (25:11,23:25,26:24,25:16) gegen TuS Herten haben sie ihr Nahziel, nämlich drei Punkte für die Tabelle zu holen, erreicht. Alles andere, nämlich die Relegation zur Dritten Liga West, liegt nicht allein in ihrer Hand. Dass es zu drei Punkten reichte, war wieder einmal einer phantastischen Kulisse zu verdanken, die sich im Vergleich zur Vorwoche sogar noch steigerte.

Die akustische Unterstützung war schon beim ersten Ballwechsel da. Die SFG-Fans waren wohl auch besonders motiviert, da sich die Gäste-Fans ebenfalls sofort lautstark bemerkbar machten. Doch der Funke sprang zunächst nur auf die Gastgeberinnen über, die fast wie von einem anderen Stern spielten. Aber das lag vor allem an den fast unerklärlichen Startproblemen der Gäste, bei denen nichts zusammenlief. Das 25:11 im ersten Satz war eine Klatsche.

„Da hatte ich schon den Eindruck, dass das so nicht weitergehen konnte“, sagte SFG-Trainer Michael Jürgens später. Doch mit der Einwechslung der routinierten Joelle Pospiech nahm das Spiel der Gäste erst richtig Fahrt. Folge: Die Sätze zwei und drei waren mehr hart umkämpft. Spätestens nach dem 23:25 im dritten Satz zeigten sich die SFG-Damen wieder von ihrer besten Seite.

Die eklatanten Annahmeschwächen konnten so langsam wieder ausgebügelt werden, zumal auch mit der Einwechslung von Antonia Häner das Zuspiel an Sicherheit gewann. „Toni brachte viel Ruhe ins Spiel“, so der SFG-Coach, sie konnte zusammen mit Emma Basch die Mitte mit Clara Strunk und Caro Hermsen gut in Szene setzen. Auf Außen musste Kristin Bürger für Lara Terkowsky weichen, die auch mit spektakulären Rettungsaktionen glänzte. Als Libera überzeugte Melanie Schäfer, eine sichere Bank.

Nervenstärke bewies Anna Lena Beul, die sofort nach ihrer Einwechslung im dritten Satz mit ihren Granatenaufgaben für das erlösende 25:23 sorgte. Auch Youngster Mira Naber, in der Regionalliga bisher nur mit wenigen Einsätzen, erfüllte mit fünf starken Aufschlägen die Erwartungen ihres Trainers. „Das hat sie richtig gut gemacht.“ Mia Basch, vom Gegner zur MVP bei den Franziskus-Damen erklärt, strahlte Sicherheit, Stabilität und Ruhe aus. „Wir haben uns von unseren Fehlern nicht runterziehen lassen“, sah Mia Basch, bereits zum dritten Mal in dieser Saison zur MVP gekürt, auch in der Körpersprache einen entscheidenden Faktor zum Sieg.

„Meine Wechselpolitik ist meist nicht dem Schema gut oder schwach geschuldet“, gab Michael Jürgens zu Protokoll, es sind sehr oft allein taktische Entscheidungen. Er reizte die erlaubten sechs Wechsel pro Satz mehrfach aus. So strahlte Mannschaftskapitänin Lea Uebach gerade mit ihrer Annahmestärke gewohnt viel Ruhe aus. Ihr Pendent auf Diagonal, Anna Lena Beul, überzeugt dagegen nicht mit viel Druck am Netz, sondern auch mit Blockstärke ebenso wie Caro Hermsen und Clara Strunk.

Unter dem Strich war es erneut ein Sieg eines Kollektivs, das als Neuling in dieser Liga für mächtig Furore sorgt – eine Saison, die sogar mit dem Aufstieg in die dritthöchste Liga gekrönt werden könnte. Dass aber dort ein ganz anderer Wind weht, haben die SFG-Damen schon einmal vor gut zehn Jahren erfahren. Aber das ist noch ein dornenreicher Weg.
Am kommenden Samstag, wenn SFG spielfrei hat, geht der Blick aufs Handy: Wie haben Langenfeld und MTV Köln gespielt, die beiden Konkurrenten im Kampf um die Relegation? Holen Langenfeld und Köln keinen Punkt, können es die Jürgens-Schützlinge am letzten Spieltag sogar noch aus eigener Kraft schaffen. Aber es muss eben alles zusammenpassen.

Kader: Lea Uebach, Mira Naber, Victoria Popov, Antonia Häner, Kristin Bürger, Carolin Hermsen, Emma Basch, Lara Terkowsky, Clara Strunk, Melanie Schäfer, Claudia Müller, Mia Basch (MVP), Anna Lena Beul.